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Unser 4. Tag begann mit dem Col de Latrape, der unmittelbar nach dem Ortsschild "Aulus les Bains" beginnt. Da der Anstieg praktisch von Km 0 ab begann, waren wir froh, dass der Anstieg nur 5 km lang, und auch nicht sonderlich steil war. Der Tourtross überquerte den Col de Latrape 2003 und 2004.
Links der Beginn des Anstiegs, welcher sich ebenfalls durch dicht bewaldeten Straßen hochschlängelte. Nach der Abfahrt ging es durch Seix (rechtes Bild), einem wunderschönen alten Dorf inmitten der Pyrenäen. Von dort aus begann der Anstieg zum Col de la Core.
Der Col de la Core wurde 2003 und 2004 bei der Tour gefahren. Auf knapp 14 km windet sich die Straße mit 6 % - 8 % meistens entlang eines Bergrücken, und ist daher sehr schön zu befahren.
Auf den ersten 8 km hat man immer wieder freien Blick auf Seix (rechtes Bild, Mitte), ehe sich die Straße gezielt in Richtung Passhöhe zieht, welche man schon von weitem sehen kann.
Auf der Passhöhe (1395m) angekommen, ist der Blick frei auf den durch dichte Wälder bedeckten zurückgelegten Anstieg des Col de la Core.
Als nächstes ging es in Richtung Col de Portet d'Aspet. Mit 1069 Metern kein Pyrenäen-Riese. Eigentlich also kaum erwähnenswert, wäre da nicht der 18. Juli 1995 gewesen:
Auf der Abfahrt dieses Berges kommt es bei Tempo 80 in einer Kurve zum Massensturz. Der erst knapp 25-jährige Italiener Fabio Casartelli, Olympiasieger von 1992 auf der Straße, prallt mit seinem Hinterkopf gegen eine steinerne Streckenbegrenzung und bleibt bewusstlos liegen. Casartelli wird sofort mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik nach Tarbes gebracht, wo er drei Stunden später an den Folgen seiner Kopfverletzung stirbt. Er hinterlässt Frau und ein Baby, wenige Monate alt. Mit einer „Lektion der Würde“ (L'Équipe) reagieren die Fahrer einen Tag später auf den Tod des Olympiasiegers von Barcelona. Die Etappe von Tarbes nach Pau beginnt mit einer Schweigeminute, das nur leicht beschädigte und mit Trauerflor versehene Rad des Italieners geht auf dem Dach eines Mannschaftswagens mit auf die Strecke. Auf der Zielgeraden in Pau stoppt das Feld, die Teamkameraden von Casartelli fahren gemeinsam über die Ziellinie. Es ist Lance Armstrong, der zwei Tage später die vielleicht intensivste Form von Trauer-Arbeit demonstriert. Nachdem sein sportlicher Leiter ihm erzählt, dass Casartelli sich für die Etappe nach Limoges Chancen ausgerechnet hatte, reißt der Amerikaner aus, um seinem Mannschaftskameraden die letzte Ehre zu erweisen. Die letzten 40 Kilometer fährt er alleine zum Ziel und gibt später an, dass er das Gefühl hatte, als ob zwei auf dem Rad säßen. Auf der Zielgeraden zeigt er mit beiden Zeigefingern in den Himmel, hinauf zu Fabio, als ob er sagen will: "Ich spüre seine Gegenwart und ich habe für ihn gewonnen. Für ihn, seine Familie und alle, die um ihn trauern." ." In seinem Buch "Tour des Lebens" wird Armstrong später schreiben, dass Limoges - trotz überstandener Krebserkrankung - der bewegendste Tag seines Lebens war.
Jedes Mal, wenn das Peloton der Tour Fabio Casartellis Gedenkstein am Portet d'Aspet passiert, unterbricht es seine Fahrt zum Gedenken an den verstorbenen Kollegen.
Höhenprofil "Col de Portet d'Aspet" Ein kleiner aber schöner Pass, dessen Auffahrt sehr kurzweilig ist, da bis ca. 3 km vor dem Gipfel mehrere kleiner Dörfer zu durchfahren sind. Aufgrund des tödlichen Unfalls 1995 auf der folgenden Abfahrt war es ein sehr komisches und mulmiges Gefühl, hier abzufahren, was sich auch darin zeigte, dass ich noch nie so vorsichtig und langsam auf einer Abfahrt gefahren bin.
Auf der Abfahrt des Portet d'Aspet liegt der Abzweig zum Col de Menté.
Unser 4. und letzter Berg an diesem Tag. Noch einmal 11 km mit durchschnittlichen 7-9 %, zeitweise auch mal zweistellig. Die herrliche Streckenführung im oberen Teil mit einigen Serpentinen ließ die schmerzenden Beine "fast" vergessen. (rechtes Bild mit freundlicher Genehmigung von www.alpenrennradtouren.de) Einer schöner Abschluss unserer 4. Etappe.
Nach einer herrlichen und kurvenreichen Abfahrt vom Col de Menté nach St. Béat schlugen wir nach exakt 100 km unser Zelt in St. Béat auf. Mit selbst gekochten Nudeln tankten wir unsere Speicher auf, und schlenderten auf eine Burg, von welcher auch folgendes Bild aufgenommen wurde. |