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Nachdem wir am Vortag aufgrund des Gewitters bereits in Bielle übernachteten und nicht bis nach Arette gefahren sind, mussten wir dieses Stück auf der 8. Etappe ranhängen. Deshalb wurde unsere vorletzte Etappe mit 140 km zu unserer längsten.
Der erste Berg startete praktisch von unserem Hotel ab. Der Col de Marie Blanque (linkes Bild) war mit 1035 Metern ideal zum einfahren. Zuletzt 2005 von der Tour gefahren. Anschließend ging es auf der steilen und sehr holprigen Abfahrt in Richtung Escot und Arette (300m).
Ab hier begann der 26 km lange Anstieg auf 1765 Meter zum Col de la Pierre St. Martin. Auf einer Höhe von ca. 1500 Metern zweigt die Straße zum Col de Soudet (1540m) ab, über welchen auch unsere Route führte. Den Abstecher von ca. 4 km wollten wir uns aber nicht entgehen lassen. Die TdF 2003 fuhr über den "Col de Soudet".
Höhenprofil "Col de la Pierre St. Martin"
Mit knapp 26 km unser längster Anstieg, und das am vorletzten Tag. Schilder, wie das auf dem linken Bild, taten heute richtig weh. Dennoch hat der Anstieg eine schöne Streckenführung, der auch Blicke zurück ins Tal zulässt.
Im oberen Drittel wird die Straße, nach den Strapazen, mit ca. 5 - 6 % schon fast "flach", auch die Landschaft wird karstiger und felsiger.
Bis zur Abzweigung des "Soudet" hielt auch das Wetter. Aber natürlich musste genau auf den letzten 3 km ein kleines Wolkenband uns erwischen und etwa 20 Minuten einregnen. Die schöne weiße Felslandschaft kommt deshalb auf dem linken Bild durch den Regnen leider nicht so schön zum Vorschein.
Auf dem Pierre St. Martin angekommen, goss es in Strömen. Ich hatte nur meine dünne Windjacke dabei und Marina wartete mit dem Auto bereits nach der Abfahrt vom Soudet im Tal (bei ihr regnete es nicht!)
Auf der 4 km langen Abfahrt vom "St. Martin" zur Abzweigung des "Soudet" peitschte mir der Regen und der Fahrtwind gegen die Brust. Am "Soudet" war ich so durchgefroren und nass, dass ich in meinen Händen und Fingern kein Gefühl mehr hatte, um in den Kurven die Bremsen richtig zu greifen. Am "Soudet" rief ich Marina an, sie solle uns bitte wieder etwas entgegenfahren, ich schaffe es nicht bis nach unten. Völlig durchgefroren trafen wir uns nach weiteren 3 km Abfahrt, und ich dachte, jetzt hast du dir eine Lungenentzündung, und wer weiß was sonst noch alles, geholt. Mittlerweile hatte es auch schon wieder aufgehört zu regnen, und die Sonne kam durch. Alex hatte wenigstens eine dickere Windjacke und eine richtige Regenjacke dabei, welche aber mittlerweile auch völlig durchnässt waren. Schnell zogen wir uns um und wärmten uns noch kurz im Auto. Nach einer kleinen Pause von ca. 15 Minuten machten wir wieder los, von Regenwolken war nichts mehr zu sehen. Es war noch nie ein so schönes Gefühl, als die Sonne wieder rauskam und mir auf den Rücken schien. Genau für solche kleine Zwischenfälle ist es wirklich am besten jemanden mit einem Auto dabeizuhaben. Hätte ich mich nicht umziehen und trockene Sachen anziehen können hätte ich mir wer weiß was geholt.
Anschließend ging es frohen Mutes weiter auf unserer Tour in Richtung Larrau, wo uns kurz danach die "Gendarmerie" in einer Serpentine den linken Außenspiegel wegfuhr und wir ca. 4 km des nächstes Passes zurückfahren mussten, da sich die liebe Polizei bei den Formalitäten etwas querstellte.
Nach Larrau geht es in eine kurze Abfahrt, anschließend beginnt der Anstieg, der zwar "nur" ca. 7 km lang ist, aber eindeutig der steilste unserer Tour war. Auf den letzten 3 - 4 km steigt die Straße permanent mit ca. 16 % an, was bei mittlerweile über 100 gefahren Kilometern am heutigen Tag noch die allerletzten Körner forderte. Allerdings bot sich bei mittlerweile wieder leicht sonnigem Wetter noch einmal ein herrliches Panorama, bevor wir die Pyrenäen langsam aber sicher hinter uns lassen.
Der letzte offizielle Berg über 1000 Meter unserer Tour. Mit 1327 Metern und Steigungen von knapp unter 20 % war er noch einmal eine richtige Herausforderung und ein krönender Abschluss in Sachen "Klettern". Rechts das wohlverdiente Bild der beiden Pyrenäendurchquerer.
Auf der Abfahrt ging es noch durch eine kleine Zwischensteigung über den "Col de Burdinkurutz" (1135m).
Die anschließende Abfahrt bescherte uns die letzten wunderschönen Panoramen der Pyrenäen bei herrlicher Streckenführung. Nach 23 "Col's" der Pyrenäen ein krönender und wehmütiger Abschluss.
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