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Am 15.7.2006 machte Ich mich mit meinem treuen Radkumpanen Alex auf nach Zernez in die Schweiz zum 1. Engadin Radmarathon. Bei 30 Grad kamen wir Samstag Nachmittag in Zernez (1500m) an, buchten unseren Campingplatz und schwangen uns dann aufs Rad um noch ein bisschen für den folgenden Tag einzurollen. Bei traumhaftem Wetter rollten wir uns Richtung St. Moritz ca. 40 km ein. Die Panoramen ließen einen leichten Vorgeschmack auf den nächsten Tag erahnen.
Nach dem Motto "wenn schon denn schon" fuhren wir natürlich die lange Strecke über 180km, schließlich wollen wir ja alle 4 Pässe mitnehmen...
Als wir am nächsten morgen um 6:00 Uhr aus dem Zelt stiegen, hing allerdings erstmal dichter Nebel in den Bergen. Optimistisch nahm ich keine Windjacke mit mit der Hoffnung, das der Himmel im Laufe des aufreißen würde. Rechts der Start um 7:00 Uhr mit 2100 Teilnehmern, die sich allerdings hälftig auf die kurze Etappe (100km) und auf die lange (180km) aufteilten.
Nach ca. 15 km erreichten wir den Stausee kurz vor Livigno, an dem es in dem Tunnel auf der rechten Seite entlang ging. Rechts der Anstieg auf unseren ersten Berg, dem Forcola di Livigno. Mittlerweile waren wir direkt im Nebel, auf einer Höhe von knapp über 2000m.
Der Gipfel auf 2315m lag direkt im Nebel. Auf den ersten Metern der Abfahrt fahr es noch richtig kalt ohne Windjacke, doch nach ca. 500m Abfahrt riss plötzlich der Nebel auf und die ersten Sonnenstrahlen kamen durch. (Die Autos mussten warten, da die Straße des ersten Passes gesperrt war)
Keine 10 Minuten später herrschte purer Sonnenschein, und es eröffnete sich uns ein wahrer Regen an herrlichen Panoramen und Eindrücken. (Serpentine auf dem Weg zum Berninapass)
Nach 50 km hatten wir den zweiten Berg erklommen, den Berninapass mit 2330m. Rechts an einer der Verpflegungsstellen direkt auf der Passhöhe.
Nachdem wir unsere Trinkflaschen aufgefüllt hatten gings in die Abfahrt. Nach ca. 75 km teilte sich die Strecke. Für uns hieß das, links abbiegen in Richtung Albulapass, der in den ersten Metern mit 10-12 % ziemlich steil war. Das linke Bild ist ca. 1 km vor dem Gipfel. (Der Albulapass wurde heuer auch bei der Tour de Suisse gefahren)
Das linke Bild zeigt die Abfahrt vom Albulapass, rechts sind wir in Schmitten, einem typischen kleinen Dorf in der Schweiz. Mittlerweile hatten wir bereits ca. 110 km und 3 Pässe in den Beinen. Ab jetzt ging es Richtung Davos und Flüelapass über 40 km nur noch bergauf, die Sonne brannte mittlerweile mit ca. 30 Grad seit mehreren Stunden auf den Helm.
Bis Davos bei ca. 140 km hatte ich wirklich gute Beine und es ging gut. Aber der letzte Anstieg über ca. 20 km hinauf zum Flüelapass war der Hammer. Mit wahrscheinlich halben Sonnenstich fuhr ich den Pass eigentlich nur noch in Trance hoch. So fertig wie hier war ich wirklich selten, wenn nicht noch nie! Durch die Hitze hatte man fast keinen Hunger und musste mich zwingen, das ein oder andere Powergel oder Powerriegel zu essen. Trotz des Essens hatte ich kurz vor dem Gipfel einen Hungerast und war noch nie so froh das Gipfelschild zu sehen. Alex ging es an diesem Berg genauso, so dass ich nicht der einzige war, der sich mehr als quälen musste.
Für dieses letzte Passschild musste ich wirklich hart kämpfen und wird eine ganz besondere Erinnerung hinterlassen. Der vierte Pass an diesem Tag, der vierte über 2300m. Es folgte nur noch eine 20 km lange Abfahrt bis nach Zernez, unserem Start- und Zielort. Im Ziel noch ein Bild, auf dem wir die Schmerzen des Flüelapasses schon fast wieder vergessen hatten, ich betone "fast"...
Letztendlich war diese Tour mal wieder ein sagenhaftes Erlebnis, welches man wohl nie vergisst. Für unsere Pyrenäendurchquerung im August war das natürlich die perfekte Vorbereitung und ich freu mich jetzt schon wieder darauf, die Natur zu bezwingen, und weitere Pässe in meiner Galerie aufzunehmen...
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