Reschenpass

 

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Am 2. Tag unserer Tour ging es von Zernez ins Dreiländereck Schweiz-Österreich-Italien, über Nauders und dem Reschenpass vorbei am Reschensee zurück nach Meran. Zernez liegt noch auf etwa 1400m, Meran auf 330m. Bis auf die Länge von ca. 140 km ist heute kein schwerer Berganstieg dabei. Nur etwa 30km von Zernez entfernt liegt der bekannte Skiort St. Moritz, und auch nach Davos sind es nur ca. 50 km.

 

 

Auf den ersten 50 km ging es entlang des Inn durch das Kanton Unterengadin. Bei leicht abfallender Straße konnte man es hier schön rollen lassen und die herrliche Gegend genießen.

 

 

 

 

Auf dem linken Bild ist das Dreiländereck zu sehen, welcher über die Baumgrenze hinausragt. Links mittlerweile wieder in Österreich, der bekannte Skiort Nauders.

 

 

 

 

 

Nachdem wir von St. Martina (1050m, Schweiz) über die Norbertshöhe (1467m) gefahren sind, konnten wir praktisch den Reschenpass so mitnehmen, ohne größere Prozentzahlen zu bezwingen. Kurz nach dem Reschenpass ist auch schon die Grenze zu Italien (Südtirol) und ca. 3 km später beginnt der Reschensee.

 

 

Der Reschensee mit seinem bekannten romanischen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert. Die italienische Regierung hatte 1920 vorgeschlagen, den Stausee um 5 Meter aufzustauen, um eine bessere Stromversorgung zu garantieren. 1939 änderte die faschistische Regierung ohne jegliche ökologischen Gutachten oder Informationen der Bevölkerung die Aufstauung um 17 (!!) Meter. Die Einwohner wurden im "nationalen Interesse zur Stärkung der nationalen Industrie" zwangsenteignet und wurden zur Aus- oder Umsiedlung gezwungen. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs haben sich die Bauarbeiten wegen Finanzierungsschwierigkeiten verzögert. Wegen des faschistischen Regimes hatten die Gemeinden zwischen 1923 und 1952 keine gewählten Volksvertreter und waren demnach machtlos. Im Sommer 1950 waren die gesamten Gebäude gesprengt oder überflutet, die Bewohner mussten zwangsauswandern oder wurden in einem Barackendorf umgesiedelt. Der romanische Turm aus dem 14. Jahrhundert wurde aus denkmalschützerischen Gründen stehengelassen. Seit 1973 führt die italienische Landesregierung umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durch, um die Kulturfläche und Naturlandschaft zurückzugewinnen.